Maßnahmen und Projekte in Zeiten von Corona

„Aufgrund der derzeit geltenden Empfehlungen zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sind die Einrichtungen der HIV/Aids-Arbeit in Nordrhein-Westfalen vor neue Herausforderungen gestellt. Bewährte Angebote können teilweise nicht in gewohnter Weise umgesetzt werden.

Für viele Menschen sind die einhergehenden Veränderungen ihres Lebensalltags mit erheblichen Belastungen verbunden. Die Zielgruppen der HIV-/STI-/Hepatitis-Prävention in Nordrhein-Westfalen sind gesellschaftliche Gruppen, die Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren oder sich in vulnerablen Lebenssituationen befinden. Die Corona-Pandemie hat deren Lage in vielen Fällen zusätzlich verschärft.

Deshalb sind die vielfältigen Angebote der Aufklärung, der Verhaltens- und Verhältnisprävention, der Beratung, der Testung und Unterstützung bezüglich HIV, anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI) und Hepatitis besonders wichtig.“

(Auszug aus dem Schreiben des Gesundheitsminiseriums NRW zu "Angebote der Aufklärung, der Prävention, der Beratung, der Testung und Unterstützung bezüglich HIV, andere sexuell übertragbare Infektionen und Hepatitis während der Corona- Pandemie in Nordrhein-Westfalen" vom 26. Mai 2020) das vollständige Schreiben finden Sie hier (PDF-Datei).

Der Landesverband konnte in der Krise in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen eine Reihe von Maßnahmen umsetzen, die insbesondere den Zielgruppen zugutekamen, die nicht im Fokus des allgemeinen öffentlichen Interesses standen, häufig Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren und sich oft in vulnerablen Lebenssituationen befinden. Die Corona-Pandemie hat deren Lage in vielen Fällen verschärft.

So konnten wir für die aufsuchende Arbeit bei Menschen auf der Straße durch die Finanzierung von Care-Paketen ganz konkrete Überlebenshilfe leisten, die zum Beispiel drogengebrauchenden Menschen zugutekam. Hier halfen beispielsweise Lunchtüten, da die Tafeln und viele andere niedrigschwellige Angebote oder die Kontaktläden mit kostengünstigen Versorgungsangeboten schließen mussten, oder Händedesinfektionsmittel insbesondere für Menschen, die kaum die Möglichkeit hatten, sich die Hände zu waschen.

Auch für Konsumutensilien ohne Mengenbeschränkung bestand gerade Corona-bedingt ein sehr hoher Bedarf, da viele Kontaktstellen geschlossen waren, der Kontakt zu den Klient*innen nur über die Vor-Ort-Arbeit möglich war und die Aufhebung der Mengenbeschränkung einen wichtigen Beitrag zur Kontaktreduzierung leisten konnte.

Gerade in der Krise war die Nachfrage nach Alternativen zum intravenösen Konsum hoch. Wir hatten die Möglichkeit, mehr Smoke-it-Sets und -Pfeifen zur Verfügung zu stellen. Um in den wenigen Einrichtungen wie etwa die Drogenkonsumräume, die noch geöffnet hatten, und bei den verstärkten Streetwork-Angeboten in akuten Notfällen eine Direktbeatmung vermeiden zu können, statteten wir sie mit Ambu-Beuteln aus.

Durch die Corona-bedingten Kontakteinschränkungen konnten in den Aidshilfen die Teststrukturen zu HIV und anderen STI nicht wie gewohnt angeboten werden. Um dennoch HIV-Testungen weiter zu sichern, wurden 2.000 HIV-Selbsttests zur Verfügung gestellt. Klient*innen konnten sich diese Selbsttests bei den Aidshilfen abholen oder schicken lassen und ihn zu Hause, zum Teil mit telefonischer Unterstützung der Aidshilfen und Beratungsstellen durchführen. Eine wirkungsvolle Maßnahme, mit der wir unsere Beratungsangebote erweitern konnten.

Schließlich haben wir 75.000 „Mund-Nasenschutz-Masken“ als Erstausstattung von Beratungsstellen im Sucht- und Aidsbereich verteilt, um die zügige Wiederaufnahme der Face-to-Face-Beratungstätigkeit bzw. die Wiedereröffnung von entsprechenden Beratungs- und Testangeboten möglich zu machen.

Mit diesen konkreten Maßnahmen konnte die Aidshilfe NRW vor Ort sinnvolle Hilfestellung geben. Unser Dank geht an das Gesundheitsministerium und die Landespolitik, mit deren Hilfe wir dies unbürokratisch und zeitnah ermöglichen konnten.

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