2019-08-19: Aidshilfe Köln schließt Regenbogencafé HIVissimo

Aus für Regenbogencafé HIVissimoNach über 15 Jahren stellt die Aidshilfe Köln zum 31. August 2019 den Betrieb des Regenbogencafés HIVissimo ein, bis zum 30. September wird der Betrieb abgewickelt. Der Vereinsvorstand sieht sich zu diesem drastischen Schritt gezwungen, weil der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich zu führen ist. Mit Auslaufen der Förderung des Jobcenters zum Ende des letzten Jahres reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter*innen von 15 auf 5, dazu fielen dringend benötigte Mittel für die Anleitung weg, um den sozialen Mittagstisch in der Form aufrechterhalten zu können. Damit ist jetzt klar, dass das Café nicht mehr öffnen wird. Bereist in den letzten Wochen konnte der Betrieb nicht regulär durchgeführt werden.  

Gemeinsam mit dem Jobcenter Köln hatte die Aidshilfe Köln in den letzten 13 Jahren chronisch erkrankte Menschen ohne Job, durch das Mitwirken am Mittagstisch an den Arbeitsmarkt herangeführt. In der Küche wie auch im Service konnten die Teilnehmer*innen unterschiedliche Arbeitsbereiche in einem gastronomischen Betrieb kennenlernen und wurden so Schritt für Schritt an geregelte Arbeitsabläufe herangeführt. Dies ist seit Jahresbeginn in dieser Form nicht mehr möglich gewesen. Fünf Mitarbeiter*innen konnten aus anderen Förderungen übernommen werden, die Kosten für die Anleitung und Lebensmittel musste das Projekt selbst erwirtschaften.

"Wir haben nach den ersten acht Monaten Bilanz gezogen und mussten feststellen, um den Mittagstisch wirtschaftlich betreiben zu können, müssten wir die Preise für das Angebot auf mindestens 11 Euro anheben. Diese 11 Euro sind für unsere Hauptzielgruppe nicht zu bezahlen, so dass nur noch der drastische Schritt als logische Konsequenz übrig blieb," so Aidshilfe Köln Geschäftsführer Michael Schuhmacher.

Von montags bis freitags bot das Regenbogencafé für die Nachbarschaft ein 3-Gänge-Menü für 5,90 Euro an. Inhaber*innen der Solicard (Menschen mit einem Einkommen unter 900 Euro) mussten nur drei Euro zahlen. Für diese Klientel sucht die Aidshilfe jetzt Alternativen, damit sie auch weiterhin kostengünstig ein Mittagsessen erhalten. Denn vor allem für diese Menschen galt der Mittagstisch als fester Anker in der Tagesstruktur, der nun weg bricht. Auch vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung der Aidshilfe nicht leicht, dass Café dauerhaft zu schließen.

"Wir haben mehrere Alternativen durchdacht und auf eine nachhaltige Tragfähigkeit abgeklopft. Allerdings wurde uns klar, dass es keine Alternative zur Schließung gibt, so leid es uns tut", so Michael Schuhmacher, Geschäftsführer der Aidshilfe Köln.

Insgesamt haben weit über 400 Menschen bei der Aidshilfe im Regenbogencafé die ersten Schritte zurück in einen strukturierten Arbeitsplatz unternommen, etliche haben danach ihren ersten Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden, eine Ausbildung begonnen oder sind in ihren ehemalig erlernten Beruf zurückgekehrt.

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