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2018-07-20: Aidshilfe NRW begrüßt Minister Spahns Plan, die PrEP von den Kassen bezahlen zu lassen

Die PrEP soll Kassenleistung werdenZukünftig sollen die Krankenkassen die Kosten für die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) übernehmen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechtzeitig zur Welt-AIDS-Konferenz kommende Woche in Amsterdam angekündigt. Er will dafür sorgen, "dass Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko einen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur Präexpositionsprophylaxe erhalten". Der Plan, den der Minister im Deutschen Ärzteblatt vorstellte, soll noch in diesem Monat auf den Weg gebracht werden.

Die Aidshilfe NRW begrüßt dieses Vorhaben. "Wir fordern seit langem, die PrEP allen zugänglich zu machen, die sie brauchen und wollen. Das darf nicht am geringen Einkommen der Leute scheitern", erklärte Guido Schlimbach. "Wir gehen davon aus, dass wohl Männer, die Sex mit Männern haben, zu den Hauptabnehmern werden, aber nicht nur die. Auch für Menschen in diskordanten Partnerschaften und Männer und Frauen in der Sexarbeit ist die PrEP als Alternative zu den anderen Präventionsmethoden wie Kondomen sinnvoll."

Aufgrund der Kosten beziehen zurzeit nicht wenige Menschen die Medikamente kostengünstig aus dem Ausland – teils ohne ärztliche Begleitung. Auch wegen der damit verbundenen Risiken will Spahn einen regulären Weg für alle eröffnen.

Laut Studien senkt die Pille das Risiko für HIV-Negative, sich mit dem Virus anzustecken, bei korrekter Einnahme praktisch auf Null. Die PrEP-Ausgabe soll einhergehen mit einer ausführlichen ärztlichen Beratung und Untersuchung, bei der die Nutzer regelmäßig auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten getestet werden. Die PrEP kann die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland nach einer Studie der Universität Rotterdam bis 2030 um rund 9.000 verringern. Andere europäische Länder, wie etwa Belgien, haben die PrEP bereits in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen.

 

Den Artikel im Deutschen Ärzteblatt "HIV-Präexpositions­prophylaxe soll Kranken­kassenleistung werden" finden Sie unter aerteblatt.de.

Wichtige Informationen über die PrEP finden Sie unter aidshilfe.de.