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2015-11-09: Geschätzte 3.200 HIV-Neuinfektionen in Deutschland

HIV-NeuinfektionenDie Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland im Jahr 2014 wird vom Robert Koch Institut (RKI) auf 3.200 (NRW 640) geschätzt und bleibt damit gegenüber der Schätzung für 2013 unverändert. Die Zahl der Personen, die sich mit HIV-infiziert haben, jedoch noch nicht diagnostiziert wurden, ist von etwa 11.300 in 2006 auf geschätzte 13.200 im Jahr 2014 angestiegen. Der Anteil der Personen, die mit einer HIV-Infektion diagnostiziert wurden und eine antiretrovirale Therapie erhalten ist von 70 Prozent in 2006 auf 82 Prozent 2014 angestiegen.

Das geht aus den Zahlen des Epidemiologischen Bulletins (PDF-Datei) hervor, das am Montag vom RKI veröffentlicht wurde. 2.300 Männer (NRW 480) haben sich durch gleichgeschlechtlichen Sex angesteckt und damit 100 weniger als im Vorjahr. Das entspricht aber immer noch gut 70 Prozent aller Fälle. Des weiteren gab es 590 Übertragungen durch heterosexuellen Sex (NRW 110) und 240 durch intravenösen Drogenkonsum (NRW 50). Die Neuinfektionszahlen sind in Deutschland damit seit 2006 weitgehend stabil und im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig. So infizieren sie in Großbritannien und Frankreich doppelt so viele Menschen wie in Deutschland, obwohl beide Länder rund 20 Millionen weniger Einwohner haben.

Die Zahl der Menschen, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, liegt in Deutschland zurzeit bei etwa 13.200 (gestiegen von rund 11.300 im Jahr 2006, aufgrund von Veränderungen beim Schätzverfahren nicht vergleichbar mit den im Vorjahr kommunizierten Zahlen, NRW 2.700)).

Das unterstreicht noch einmal die Position der Aidshilfe NRW, dass Menschen, die ein HIV-Risiko hatten, einen Test machen sollten. Wer sich frühzeitig testen und gegebenenfalls behandeln lässt, kann lange und gut mit HIV leben. Aids ist heute fast immer vermeidbar – wenn man von der Infektion weiß. Trotzdem erfahren in Deutschland jährlich mehr als 1.000 Menschen erst von ihrer Infektion, wenn sie bereits schwer krank sind. Zugleich begünstigen unerkannte HIV-Infektionen die Verbreitung des Virus. Denn HIV-Therapien verhindern auch die Übertragung. Und wer von seiner Infektion weiß, kann seine Partnerinnen und Partner besser schützen.

HIV/Aids in Nordrhein-Westfalen, Eckdaten der Schätzung Ende 2014 (PDF-Datei)

HIV/Aids in Deutschland, Eckdaten der Schätzung Ende 2014 (PDF-Datei)