2015-03-04: 20 Jahre erfolgreich in den Bereichen Versorgung, Drogen und Strafvollzug

In diesem Jahr wird die Aidshilfe NRW 30 Jahre alt. Von Beginn an waren Drogenkonsum, Haft und Versorgung wichtige Themen der Verbandsarbeit. Konsumakzeptierende Prävention und niedrigschwellige Angebote zählten ebenso zu den Prämissen wie das parteiliche Engagement für Inhaftierte und eine angemessene Versorgung von HIV-positiven Männern und Frauen in allen Lebensphasen.

Seit 1994 werden diese Themen in der Landesgeschäftsstelle von Ruth Steffens bearbeitet, die somit auf über 20 Jahre Tätigkeit für die Aidshilfe NRW zurückblicken kann. Gerade im Arbeitsbereich Drogen und Strafvollzug musste und muss der Verband immer dicke Bretter bohren, weil die Grenzen und Widerstände zunächst "alternativlos" erscheinen. In der Versorgung haben gravierende Änderungen der Sozialgesetzgebung die Teilhabe für die einzelne bedürftige Person nicht erleichtert.

Aber im Laufe der Jahre konnten auch Fortschritte und Veränderungen erreicht werden. Das konsequente Eintreten für Menschenrechte, auch für marginalisierte und unangepasste Gruppen, auch für Gefangene, die sich in den Augen mancher in unserer Gesellschaft durch ihre Taten diskreditierten, und die Enttabuisierung schwieriger Themen waren und sind Maximen der Verbandsarbeit.

Anlässlich des Dienstjubiläums von Ruth Steffens fand am Wochenende ein Fachgespräch über das Wirken des Landesverbandes in den drei Bereichen Drogen, Gefängnisarbeit und Versorgung statt. 20 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Justiz, Freier Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen, der Selbsthilfe und Weggefährtinnen und -gefährten aus der Aidshilfe warfen gemeinsam einen Blick zurück auf das bereits Erreichte, nicht ohne klare Perspektiven auf zukünftige Ziele zu lenken.

Es ist gelungen, das Engagement im Strafvollzug zu profilieren und die Aidshilfe zum nahezu unverzichtbaren Gesprächspartner zu machen, wann immer es um die Interessen der Menschen mit HIV in Haft, aber auch eine effektive HIV- und Hepatitis-C-Prävention geht. Auch die Substitution ist im Strafvollzug inzwischen völlig etabliert.

Noch nicht geschafft ist die legale Spritzenvergabe in Haft, obwohl es aus der Sicht vieler Expertinnen und Experten keine vergleichbar wirksame Maßnahme gibt. Hier fordert die Aidshilfe mehr Aufklärung, insbesondere über bereits erfolgreich laufende Spritzentauschprojekte im Strafvollzug. Aber auch im Bereich der Versorgung ist noch vieles nicht erreicht. Die Aidshilfe tritt für mehr Teilhabe im Versorgungssystem ein, insbesondere für jene, die besondere Unterstützung brauchen, und das sind nicht nur Menschen mit HIV und Aids. Wie kann ein Zugang zu Beratung, zu leitliniengerechter Therapie und medizinischer Versorgung für alle erreicht werden? Wie können adäquate Angebote im Gesundheitssystem für Menschen aus sozial stigmatisierten Gruppen und mit komplexen Mehrfacherkrankungen geschaffen werden? Müssten die Substitutionsangebote und Drogenkonsumräume neben den großen Zentren nicht auch in der Fläche geschaffen werden?

Landesvorsitzender Arne Kayser gratulierte Ruth Steffens zum Jubiläum und wünschte sich, dass sie weiterhin als "Kulturvermittlerin" für die Arbeit im Gefängnis, für Konsumentinnen und Konsumenten illegalisierter Drogen und "nicht einfacher" Patientinnen und Patienten im Versorgungssystem wirkt und so die Verbandsarbeit der Aidshilfe NRW sowie ihrer Kooperationspartnerinnen und -partner bereichert.

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