2015-02-26: Karlheinz Keppler liest aus "Frauenknast"

Karlheinz Keppler, FrauenknastIn diesem Jahr wird die Aidshilfe NRW 30 Jahre alt. Von Beginn an war die Präsenz der Aidshilfen im Strafvollzug und das Eintreten für die gesundheitliche Versorgung von Inhaftierten ein wichtiger Schwerpunkt der Verbandsarbeit.

Aus diesem Grund freuen wir uns, dass wir eine Autorenlesung von Dr. Karlheinz Keppler aus der Justizvollzugsanstalt Vechta ankündigen können. In seinem Buch "Frauenknast" beschreibt er seine langjährige Arbeit in einem der größten Frauengefängnisse Deutschlands. Er erzählt drastisch und mit Empathie für die Frauen heißt es im Klappentext. Aber das sagt zu wenig, denn er beschreibt auch organisatorische Nöte mit juristischen "Gegebenheiten" und die verschiedenen Rollen "der anderen Seite", nämlich die des Personals.

Die Autorenlesung findet am Freitag, 27. Februar 2015 um 19 Uhr im Regenbogencafé der Aidshilfe Köln, Beethovenstraße 1 statt.


Raue Sitten, starke Gefühle, bewegende Schicksale – hautnah erzählt

Kriminell sind Frauen auch – aber anders. Warum sie in Haft kommen und wie es im Frauenknast zugeht, darüber wissen wir so gut wie nichts. Einer, der es weiß, ist Karlheinz Keppler. Er erlebt den Alltag der Insassinnen hautnah, er kennt ihre Verbrechen ebenso wie ihre Sorgen. Seit über 20 Jahren arbeitet er als Arzt in einer der größten Frauenhaftanstalten Deutschlands. Er ist Vertrauensperson und Verbündeter, manchmal aber auch Gegner. Zum ersten Mal erzählt er, wie es auf der anderen Seite der Mauern wirklich zugeht – realistisch, spannend, schonungslos.

"Sieh mich nicht an! Guck nach unten!", herrscht eine altgediente Gefangene das "Frischfleisch" (den Neuzugang) an, um gleich mal klarzumachen, wer hier das Sagen hat. – Beim Telefonat mit ihrem Mann hat eine andere erfahren, dass ihr kleines Kind 40 Grad Fieber hat. Jetzt wälzt sie sich schlaflos in ihrer Zelle. Der Mann ist ein Säufer. Und sie kann nichts tun. Auch Frauenknast ist Knast. Doch Frauenknast und Männerknast sind zwei völlig verschiedene Welten. Die Delikte sind andere, der Drogenkonsum ist höher, die Beziehungen untereinander emotionaler. Es wird mehr gelacht, aber auch mehr gezickt und gemobbt. Karlheinz Keppler erzählt von menschlichen Abgründen, Aggressionen und Affären – ganz aus der Nähe, aber nicht voyeuristisch, in aller Drastik, aber immer mit Empathie für die Frauen.

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