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2015-01-19: Michael Jähme bekommt Kompassnadel

Michael Jähme bekommt die KompassnadelMichael Jähme, Ehrenmitglied der Aidshilfe NRW, ist neuer Kompassnadelpreisträger des Schwulen Netzwerks NRW. Dies wurde am Freitag bekanntgegeben. Er erhält die Auszeichnung gemeinsam mit "heute-show"-Macher Stephan Denzer vom ZDF im Rahmen des gemeinsamen CSD-Empfangs der Aidshilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW am 4. Juli 2015 im Kölner Gürzenich. Michael Jähme ist seit vielen Jahren haupt- und ehrenamtlich in der Schwulen- und Aidshilfebewegung in NRW aktiv. Seit 2012 versucht er, über die Biografiearbeit mit schwulen Männern deren Bewusstsein für ihren persönlichen Beitrag zur Zeitgeschichte zu stärken. Seit Mitte 2013 führt er im Rahmen der ARCUS-Stiftung Zeitzeugeninterviews durch. Viele der schwulen Männer wurden nach 1945 weiter durch den § 175 StGB verfolgt und verurteilt. Das Zeitzeugen-Projekt der ARCUS-Stiftung will die Lebenserfahrungen von Menschen dokumentieren, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit aufgrund der heteronormativ gestimmten gesellschaftlichen und rechtlichen Lebensbedingungen kaum beziehungsweise gar nicht möglich war. Jähme ist in der Stiftung offizieller Ansprechpartner für schwule und bisexuelle Männer.

Mit den Erinnerungen, die Michael Jähme aufzeichnet, wird zugleich den nachgewachsenen Generationen eines klar gemacht: Das, was wir an Gleichberechtigung gewonnen haben, haben wir selbst erstritten. Und was wir haben, können wir, siehe angeblich besorgte Eltern und Pegida, auch wieder verlieren, wenn wir es nicht verteidigen, so das Schwule Netzwerk in seiner Begründung. Michael Jähme steht persönlich dafür, dass wir als Community durch Solidarität stark sind - durch produktiven Streit, nicht durch Ausgrenzung. Michael Jähme, von Beruf Sozialpädagoge, ist Mitglied des Stiftungsrats der ARCUS-Stiftung. Er ist der NRW-Kontaktmann zum „Archiv der anderen Erinnerung“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Jähme entwickelte die bundesweiten Qualitätsstandards für die Befragungen von lesbischen und schwulen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie die Archivierungen mit. Er leistet diese Arbeit ehrenamtlich und finanziert einen Teil der damit verbundenen Kosten auch aus eigenen Mitteln.

Mit dem Format "heute-show" hat ZDF-Redaktionsleiter Stephan Denzer eine Sendung ins Leben gerufen, mit der er sowie das Team vor und hinter der Kamera unmissverständlich für eine vielfältige und offene Gesellschaft eintreten. Dafür ehrt ihn im Juli 2015 das Schwule Netzwerk NRW mit der Kompassnadel für besonderes prominentes Engagement. Stephan Denzer und das Team der "heute-show" werden für das konsequente Eintreten für eine offene Gesellschaft aus, für das stetige Entlarven homo- und transphober Hetzer und Verleumder ausgezeichnet. Stephan Denzer sorge mit dem von ihm geschaffenen Format für ein schlagkräftiges Hinterfragen von populistischer, homo- und transphober Meinungsmache, so das Schwule Netzwerk. Seit 1995 ist Stephan Denzer beim Fernsehen tätig, seit 2009 als Teamleiter „Kabarett und Comedy“ des ZDF. Die "heute-show" wurde im Mai 2009 in Köln geboren, Denzer hat die Sendung von Anfang an begleitet. Sie wurde bereits mit zahlreichen Fernseh- und Comedypreisen ausgezeichnet. Neben der heute-show ist Stephan Denzer zudem für die Satiremagazine "Die Anstalt" und "Pelzig unterhält sich" redaktionell verantwortlich.

Seit 1993 lädt das Schwule Netzwerk NRW zum CSD-Empfang anlässlich des Cologne Pride ein - seit 2000 gemeinsam mit der Aidshilfe NRW. Im Rahmen des Empfangs 2015 verleiht das Schwule Netzwerk zum 15. Mal die KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen besonders verdient gemacht haben.


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