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2014-10-23: Auch soziale Ausgaben sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes

Haushaltsanhörung im Landtag NRWSoziale Ausgaben sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Landes. Darauf wies Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, heute vor dem Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags hin. „Mit der Bereitstellung von Geldern für soziale Projekte leistet das Land einen Beitrag zur sozialen Teilhabe“, sagte Maas. Dadurch würden sie befähigt, sich zu bilden, zu arbeiten und sich für unser Gemeinwesen zu engagieren. Dies helfe hohe Folgekosten zu vermeiden, die zum Beispiel durch Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit entstehen.

Die Aidshilfe NRW fordert ein verstärktes Engagement im Justizvollzug, insbesondere bei der Betreuung von Menschen mit Suchterkrankungen. Hier ist eine angemessenere interne und externe Beratung notwendig. Ebenfalls muss die Sicherstellung der Versorgung beim Übergang von Haft in Freiheit verbessert werden. Seit weit über zehn Jahren ist die Förderung der regionalen Aidshilfen nicht angehoben worden. Die Suche nach alternativen Finanzierungsquellen führt oft in den Bereich der Leistungsfinanzierung. Dabei ist die oft notwendige Anonymität der Beratung nicht mehr zu halten, die jedoch ein wichtiges Kriterium für eine wirksame Beratung im Rahmen der HIV-Prävention darstellt. „Dadurch sind die bislang erreichten Standards in der Beratung rund um das Thema HIV/Aids bedroht“, erklärte Maas. „Wir fordern eine Anhebung der Förderung für die regionale Aidshilfearbeit!“

Die Stärkung der Selbsthilfe ist ein wesentlicher Bestandteil der Präventionsarbeit. Förderungsbedarf bestehe weiterhin in den Bereichen Schwule Männer, Drogen gebrauchende Menschen und Menschen mit HIV. Die Organisationen im Bereich der Selbsthilfe schwuler Männer sind nach wie vor einer der zentralen Partner in der Aidshilfearbeit. Fehlende gesellschaftliche Akzeptanz hat negative Wirkungen auf die HIV-Prävention. „Auch hier gilt: ‚Ausgrenzung macht krank!‘ und ‚Krankheit kostet Geld!‘“, sagte Maas. „Gesundheitsförderndes Verhalten wird durch die Wirkungen einer funktionierenden schwulen Selbsthilfe gestärkt.“

„Wir brauchen wieder einen starken Partner in der Selbsthilfe drogengebrauchender Menschen!“, betonte Maas. Von daher sei die Förderung von JES NRW, der Selbsthilfe von Junkies, Ehemaligen und Substituierten, zentraler Baustein für eine Arbeit, die akzeptierend vorgeht und sich an den Prinzipien der Schadensminimierung für Drogen gebrauchende Menschen ausrichtet.

Eines der Hauptanliegen der Aidshilfen ist die Entstigmatisierung der Menschen mit HIV. Hier besteht ein hoher Bedarf an Aufklärung über das Leben mit HIV. Jeder Vierte mit HIV hat diskriminierende Verhaltensweisen am Arbeitsplatz erlebt, wenn seine HIV-Infektion bekannt wurde, jedem Fünften wurde bereits ein Gesundheitsdienst verweigert. Die bestehenden Versorgungsstrukturen unseres Gesundheitssystems können in vielen Fällen nicht fachgerecht mit Menschen mit HIV umgehen. „Hier bedarf es der weiteren Förderung von Unterstützungsangeboten und die Stärkung der Strukturen der Selbsthilfe von Menschen mit HIV“, erläuterte Maas abschließend.

Die Stellungnahme der Aidshilfe NRW für die Anhörung im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags finden Sie hier (PDF-Datei).