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"Alles, was Menschen freudestrahlend lachen lässt!" - Zur Erinnerung an Klaus-Peter Hackbarth

Klaus-Peter HackbarthAnlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Aidshilfe NRW 2010 beantwortete auch Klaus-Peter Hackbarth einen ihm vorgelegten Fragebogen.


Welche Person bringst Du als erstes mit Aidshilfe in Verbindung?
Meinen WG-Mitbewohner Michael; damals in Bremen in meiner Studentenzeit. Er ist 1986 an Aids gestorben und wollte keinen Kontakt zu einer Aidshilfe, weil er panische Angst hatte, dass andere von seiner HIV-Infektion erfahren werden.

Dein erster Kontakt mit der Aidshilfe?
1985 oder 1986 mit der Aidshilfe im Rat+Tat-Zentrum Bremen. Sie haben damals eine Infoveranstaltung zum Thema "HIV-Übertragungswege" veranstaltet; Hauptthema: "Ist Speichel infektiös, d.h. ist Küssen weiterhin erlaubt?" Es gab damals zwei Lager: Die einen wollten nie wieder küssen, die anderen wollten auf dieses erotische Erlebnis in keinem Falle verzichten – egal ob sie Aids kriegen. Der geneigte Leser mag jetzt raten, zu welcher "Fraktion" ich gehörte ;-)

Deine schönste Erinnerung im Kontext von Aidshilfe?
Die Loveparade 2007 in Essen; wir hatten einen eigenen Float … es war gigantisch. Selbst ich als älterer Herr durfte dabei sein … ich wurde noch nie so häufig von den Kids fotografiert, weil die es toll fanden, dass auch wir "Fast-Senioren" unseren Spaß hatten. Von daher bekümmert mich es sehr, dass in Duisburg … nun ja, ihr wisst schon ….

Dein bewegendstes Erlebnis?
Ein Versprechen an einen Aidspatienten, der im Uniklinikum Essen auf den Tod wartete. Seine Familie wollte nicht, dass er Zuhause stirbt, sondern im Klinikum. Er wollte aber lieber nach Hause; wollte aber auch seine Familie nicht enttäuschen. Ich habe ihm damals versprochen, dass, wenn er doch nach Hause will, ich alles tun werde, seinen Wunsch zu erfüllen. Zwei Tage später war er tot.

Was ist für Dich das größte Glück?
Nichts zu wollen.

Was ist für Dich das größte Unglück?
Alles zu haben.

Wo möchtest Du leben?
In einer Reet gedeckten Kate an einer Kanalstraße nahe Bremen.

Welche Fehler entschuldigst Du am ehesten?
Erstaunlicherweise viele (glaubt man bei mir gar nicht). Ich hasse (!) es aber, wenn mir jemand meine Zeit – z.B. durch Warten – klaut! Unser aller Lebenszeituhr ist begrenzt; warum sie durch unnütze Zeitverschwendung aufbrauchen?!

Deine Lieblingsgestalt in der Literatur?
Zorro, Donald Duck u.ä.

Deine Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Wallenstein.

Deine Lieblingsmalerin / dein Lieblingsmaler?
Meine Freundin Gela (richtiger Vorname Gisela).

Dein Lieblingsmusik?
Dafür werden mich jetzt einige hassen: Herbert Grönemeyer. Aber ich finde seine Texte wunderbar (ja, ja … nicht alle – aber eben viele).

Welche Eigenschaften schätzt Du bei einem Mann am meisten?
Das wird jetzt aber sehr intim … was schreibe ich nur? Ach, Ehrlichkeit passt am besten – ist nicht verfänglich und hört sich zudem gut an. Und dass er gut kochen kann.

Welche Eigenschaften schätzt Du bei einer Frau am meisten?
Nicht ständig zu hören, wie schlecht sie von den Männern behandelt werden (gilt übrigens auch für lesbische Frauen im Kontext "Meine Frau versteht mich nicht").

Deine Lieblingsbeschäftigung?
Z.Z. diesen Fragebogen auszufüllen – wirklich.

Dein Hauptcharakterzug?
UNGEDULD.

Was schätzt Du bei Deinen Freundinnen und Freunden am meisten?
Die langjährige Zuneigung zu mir – kommt selten vor, aber gelingt. Ich bin sehr dankbar dafür, wenn ich Menschen seit mehr als 25 Jahre kennen darf (das nennt man – glaube ich – Seelenverwandtschaft).

Dein größter Fehler?
Schneller sein zu wollen als andere.

Dein Traum vom Glück?
Glück? "Bevor man etwas brennend begehrt, sollte man das Glück dessen prüfen, der es bereits besitzt." - François de La Rochefoucauld

Deine Lieblingsfarbe?
Marineblau und die Farbe des Sandes.

Deine Lieblingsblume?
Tulpen.

Dein Lieblingsvogel?
Hab ich nicht … ich mag Hunde. Ach doch: Die Elster, die ist so schön verspielt.

Dein Lieblingsbuch?
"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, "Für’n Groschen Brause" von Dieter Zimmer und "Der Winter der ein Sommer war" von Sandra Baretti und und und…

Dein Motto?
"Klag’ nicht … lebe."
Wobei mir ehrlicherweise der Satz von Margot Käsmann "Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand" ausgesprochen gut gefallen hat.

Was macht Aidshilfe für Dich aus?
Die Lebendigkeit … gilt zumindest für meine Aidshilfe in Essen und auch für den Landesverband mit seinen teilweise wunderbaren innovativen Projekten.

Wie entwickelt sich Aidshilfe in den nächsten 25 Jahren?
Oje … was soll der Landesvorsitzende dazu schreiben? Ich hoffe sehr, wir bleiben weiterhin streitbar für diejenigen, die nicht (mehr) streiten können!

Was forderst Du von Politik und Gesellschaft?
ALLES! Alles, was Menschen freudestrahlend lachen lässt.

 

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