Aktuelle Presseinformation der Aidshilfe NRW

Vorurteile zu HIV abbauen – Hemmschwellen für Tests senken
Welt-Aids-Tags-Kampagne 2018: "Streich die Vorurteile!"

Düsseldorf, 27. November 2018 (Sperrfrist: 11.00 Uhr) – Die HIV-Infektionszahlen in NRW und Deutschland gehen sichtlich zurück. Anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tags am 1. Dezember präsentierte die Aidshilfe NRW die aktuellen Daten. Laut den Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) infizierten sich im Jahr 2017 etwa 550 Menschen in NRW mit HIV, das sind ca. 55 weniger als im Vorjahr, bundesweit etwa 2.700, etwa 200 weniger als 2016. Insgesamt leben in NRW 18.600 Menschen mit HIV, in ganz Deutschland sind es ca. 86.100. Die Aidshilfe NRW sieht sich von der Statistik in ihrer Einschätzung bestätigt, dass sich die bei den meisten Infizierten nach der Diagnose begonnene medikamentöse Behandlung auch auf die Neuinfektionszahlen auswirkt.

Mit einer HIV-Therapie kann nicht nur die Gesundheit besser erhalten werden, sie führt auch dazu, dass HIV nicht mehr übertragbar ist. "Als Aidshilfe müssen wir die Botschaft 'n=n' (nicht nachweisbar = nicht übertragbar) konsequent vermitteln", sagte Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW. "Die Tatsache 'n=n' eröffnet vielen HIV-Positiven und ihren Partner*innen soziale, sexuelle und reproduktive Möglichkeiten, die viele bislang nicht für möglich hielten. So wie HIV im Alltag im Grunde keine Rolle spielt, muss beim normalen Verlauf einer wirksam therapierten Infektion HIV auch beim Sex keine Rolle mehr spielen. Das stärkt zweifellos das Selbstbewusstsein und den Freiheitsdrang der Menschen mit HIV, baut Angst und Scham und damit auch Stigmatisierung ab."

Überhaupt ginge es um Antidiskriminierung und Entstigmatisierung. Nach wie vor würden aber viele Menschen mit HIV aufgrund ihrer Infektion als "Aidskranke" diskriminiert, im beruflichen wie im privaten Umfeld, sogar im Gesundheitswesen. "iskriminierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung machen aber krank, psychisch wie physisch. Die Angst vor Diskriminierung führt nicht selten dazu, dass HIV-Testangebote nicht genutzt werden. Statt eine Infektion früh zu behandeln und so die Chance auf ein langes Leben mit HIV zu nutzen, kann HIV dann unbemerkt die Gesundheit schädigen. Nicht die Infektion an sich, nicht die Diagnose macht Menschen zu Kranken, aber HIV ohne Diagnose macht krank!", so Kayser weiter.

"Die Aidshilfe NRW setzt nach wie vor auf Aufklärung und Information", ergänzte Landesgeschäftsführer Patrik Maas. "In der Prävention verfügen wir über mehr Möglichkeiten als je zuvor." Kondome, eine wirksame Therapie sowie eine Präexpositionsprophylaxe, kurz PrEP, schützen beim Sex vor HIV, sterile Nadeln und Spritzen ein breites Angebot an Präventionsmaterialien schützen beim Drogenkonsum und die medizinische Behandlung einer positiven Mutter schützt Neugeborene vor HIV. "Vor allem müssen wir die Hemmschwellen senken, einen HIV-Test zu machen. Tests kann man nicht verordnen, die Menschen sollen sich frei für einen Test entscheiden können", so Maas weiter. Die Mitgliedsorganisationen der Aidshilfe NRW engagieren sich durch ein umfangreiches Beratungs- und Testangebot.

Das Motto der diesjährigen Kampagne zum Welt-Aids-Tag lautet: "Du hast HIV? Damit komme ich nicht klar. Streich die Vorurteile!" Die Aidshilfe NRW wirkt daran mit, die Diskriminierung von Menschen mit HIV in vielen gesellschaftlichen Bereichen abzubauen, in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen oder im Strafvollzug.

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