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Der Landesverband

Zu Beginn der Aidskrise Anfang der 80er Jahre waren es erst schwule Männer, bald darauf auch intravenös Drogen gebrauchende Menschen, die sich in Selbsthilfestrukturen mit dem Thema HIV und Aids auseinandersetzten, Informationen sammelten, Erfahrungen austauschten, Beratungen initiierten etc. und so die Grundlagen der heutigen Aidshilfe-Initiativen schufen. In diesem Anfang steckt bereits die doppelte Dimension der Aidshilfearbeit: Einerseits geht es darum, gemeinsam Umgang mit HIV und Aids zu finden und für individuell Betroffene Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen. Andererseits erfordert die Stigmatisierung und Ausgrenzung HIV-positiver und an Aids erkrankter Menschen gesellschaftspolitisches Handeln sowie eine klare Stellungnahme gegen Diskriminierung und für Solidarität und Akzeptanz.

1985 gründete sich die AIDS-Hilfe NRW e.V als Zusammenschluss von heute über 40 Organisationen und Verbänden in Nordrhein-Westfalen. Über dreißig Aidshilfen mit unterschiedlicher finanzieller und personeller Ausstattung und vielfältigen Arbeitsschwerpunkten bilden gemeinsam mit einem Spezial-Pflegedienst, einem Drogen-Selbsthilfevereinen, drei Sozialvereinen für Lesben und Schwule, dem Stricherprojekt Looks e.V. sowie dem Landesverband Schwules Netzwerk NRW e.V. den Landesverband AIDS-Hilfe NRW e.V.

Darüber hinaus führt der Landesverband eigene Projekte mit landesweiter Bedeutung in den Bereichen Prävention, Selbsthilfeförderung, Beratung und Betreuung durch. Diese richten sich vor allem an Menschen mit HIV/Aids, schwule Männer, drogengebrauchende Menschen, Frauen und Kinder. Auf Landesebene unterstützt die AIDS-Hilfe NRW durch ihre Arbeit Menschen mit HIV und Aids in der Durchsetzung ihrer Rechte und bei der Bewältigung ihrer spezifischen Probleme. Im Dialog mit anderen Verbänden auf Landesebene bringt die AIDS-Hilfe NRW das Thema Aids in die fachliche Auseinandersetzung und Weiterentwicklung ein.

Die Landesgeschäftsstelle der AIDS-Hilfe NRW in Köln unterstützt die regionale Arbeit durch Informationsvermittlung und -austausch, Fachberatung und organisatorische Hilfestellungen. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Bereich der Aidsarbeit in NRW und organisiert Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen.

Die AIDS-Hilfe NRW ist im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW in der Landeskommission Aids, in der Arbeitsgruppe Hospizbewegung/Sterbebegleitung und in der Landesgesundheitskonferenz vertreten. Im Paritätischen NRW engagiert sich der Landesverband im Facharbeitskreis Gesundheitsselbsthilfe/Wittener Kreis, im Facharbeitskreis für Suchtfragen sowie im PatientInnen-Netzwerk Nordrhein-Westfalen. Innerhalb unseres Bundesverbandes der Deutschen AIDS-Hilfe ist die AIDS-Hilfe NRW im Delegiertenrat vertreten und nimmt an den LandesgeschäftsführerInnentreffen teil.

Der Landesverband bekommt für regionale und überregionale Präventionsprojekte Mittel zur "zielgruppenspezifischen Aids-Prävention" (ZSP) des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Land fördert auch die Arbeit der Landesgeschäftsstelle und das landesweite Spritzenautomatenprogramm "Safer Use".