Schwule Prävention heute
Von Anfang an waren es schwule Männer, die zusammen mit drogengebrauchenden Menschen die lebensstilorientierte Aidshilfe-Arbeit geprägt haben, die auf der Akzeptanz unterschiedlicher Lebenswelten aufbaut. Strukturelle Prävention bildet einen wichtigen Teil der Arbeit von Aidshilfe und zielt darauf ab, gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, die Menschen ein selbstbestimmtes Handeln im Umgang mit HIV und Aids ermöglichen.
Mit über 50 % erfolgt die überwiegende Zahl der Neuinfektionen nach wie vor über homosexuelle Kontakte. Auch wenn die Zahl der durch heterosexuelle Kontakte übertragenden Infektionen zunimmt, sind die wichtigsten Infektionswege weiterhin sexuelle Kontakte zu den Hauptbetroffenengruppen. Eine Umfrage bei den Mitgliedsorganisationen ergab, dass es durch das verstärkte Engagement des Landesverbands im Bereich der Aids-Prävention von und mit schwulen Männern in NRW (u.a. durch das landesweite Herzenslust-Projekt) erhebliche strukturelle Verbesserungen gegeben hat.
In dieser Zeit, insbesondere seit das Land NRW Mittel zur zielgruppenspezifischen Prävention zur Verfügung stellt, konnten wesentliche neue Projekte aufgebaut werden. Diese entstanden vor allem in der personalkommunikativen Vor-Ort-Arbeit, in der Präventionsarbeit mit schwulen Jugendlichen sowie in der Arbeit mit schwer erreichbaren Zielgruppen, wie Männer mit "mann-männlichen" Kontakten, Strichern und Migranten.
Im Bereich der strukturellen Prävention erfährt die Arbeit des Landesverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen wertvolle Unterstützung durch ein differenziertes Angebot der Schwulenzentren, schwulen Beratungsstellen sowie durch die Arbeit des Schwulen Netzwerks NRW sowie die in ihm zusammengeschlossenen Vereine und Gruppen.