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merk|würdig 2007

Jahresempfang 2007 - v.l.n.r.: Jacek Marjanski, Klaus-Peter Hackbarth, Cori Obst, Klaus-Peter Schäfer

Im Rahmen des Jahresempfangs der Aidshilfe NRW verlieh der Landesvorstand in diesem Jahr zum ersten Mal den Ehrenamtspreis merk|würdig an die langjährige Aidsaktivistin Cori Obst (ehem. Tigges) sowie an Jacek Marjanski, Aktivist und Motivator für die transkulturelle Präventionsarbeit.

Die Laudatio für Cori Obst hielt Martiona Wildförster, ehemalige Landesvorsitzende der Aidshilfe NRW. Die Laudatio für Jacek Marjanski hielt Stefan Meschig vom RUBICON Köln. Einige Informationen zur Preisträgerin und zum Preisträger sowie zu ihrem ehrenamtlichen Engagement finden Sie in der nachstehenden Übersicht.

Cori Obst

Cori Obst, 39 Jahre alt, stolze Mama einer 11-jährigen Tochter. Studium der Theologie, Philosophie und Germanistik an der Uni in Wuppertal. Später Studium in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation („Werbefuzzitum“) an der HdK Berlin, heute UdK (Universität der Künste). Wuppertaler Lokalpatriotin. Eben ein echtes Mädel aus’m Tal und vom Ölberch. Dem in Elberfeld versteht sich! Seit zwei Jahren erst wieder zurück in der geliebten Heimat, dem Bergischen Land, nach jahrelanger „Untreue“ in unserer Bundeshauptstadt. Zurück und zur Ruhe gesetzt ist sie jetzt Rentnerin.

Seit Halloween 1991 (der eigenen HIV-Diagnose) engagiert im Aidskontext, lokal, bundesweit und international tätig in verschieden Bereichen und Funktionen. Überwiegend jedoch für den Bereich „Frauen und Aids“. Darüber hinaus Biertrinkerin, leidenschaftliche Autofahrerin (trotz Mitglied bei den Grünen), Fußballfan, Tänzerin, temporäre Filmemacherin und gaanz wichtig: DJane. Denn: God is a DJ!

Engagement im Bereich „Frauen und Aids“

  • Aufbau des Frauenreferates in der AIDS-Hilfe Wuppertal e.V. Lange Inhaberin der extra dafür geschaffenen Stelle als Frauenreferentin
  • Aufbau und Umsetzung des Frauenbereiches und -Referates der Deutschen AIDS-Hilfe in Berlin
  • Gründungsmitglied des Netzwerks „Frauen und Aids“
  • Mitbegründerin der ICW (International Community of Women living with HIV/AIDS) und dem GNP+ (Global Network of People living with HIV/AIDS)
  • Mitglied im Delegiertenrat der Deutschen AIDS-Hilfe, sowohl für das Land NRW (als Vorstandsmitglied der Aidshilfe NRW) als auch für das Netzwerk „Frauen und Aids“
  • Konzeption sämtlicher Printmedien zum Thema „Frauen“ der Deutschen AIDS-Hilfe sowie die Konzeption, Organisation und Durchführung verschiedener Tagungen, Veranstaltungen, Kongresse, Seminare, etc.
  • Verschiedene Beiträge zu jeweils aktuell politischen Themen im Frauenbereich (wie z.B. die Debatte um HIV und Schwangerschaft 1994) in unterschiedlichen Publikationen
  • Verschiedene Videoproduktionen
  • erste öffentlich „positive“ Frau im deutschen Fernsehen
  • erste deutsche Positive mit Schwangerschaft und Kind (negativ)

Jacek Marjanski

Geboren wurde Jacek Marjanski am 5. August 1965 in Polen und lebt seit nunmehr 20 Jahren in Deutschland. Das Studium der Architektur absolvierte er an der Technischen Hochschule in Lodz und an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Er arbeitet derzeit selbständig in dem Bereich Gestaltung für Architektur und Grafik und ist Mitarbeiter des RUBICONS, Beratungszentrums für Lesben und Schwule in Köln, in den Bereichen interkulturelle Arbeit, Migration und internationale Kontakte.

Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat Jacek Marjanski die Arbeit der Aidshilfe NRW in besonderer Weise geprägt und vieles bewegt. Vor dem Hintergrund eigener Migrationserfahrungen ist ihm die Zusammenarbeit und Vernetzung von und mit Gruppen lesbisch-schwuler Migrantinnen und Migranten aus Nordrhein-Westfalen sowie aus Krakau und anderen europäischen Städten ein Herzensanliegen.

Seine Motivation ist der Dialog und Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, ohne dabei in einem starren Nationalitätendenken zu verharren. Als ehemaliger Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW gab er starke neue Impulse für ein dynamisches Kulturverständnis, die in Köln zur Gründung des Projekts "baraka" für Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund führten.

Jacek Marjanskis persönliche Kontakte nach Polen führten zur Unterstützung dortiger Präventions- und Emanzipationsprojekte durch den Landesverband. So konnte die Aidshilfe NRW den Herausforderungen und Chancen durch die Öffnung der Europäischen Union in den europäischen Osten konkret mit ihrem Engagement in Krakau und anderen polnischen Städten begegnen.