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merk|würdig 2009

Jahresempfang 2009 - v.l.n.r.: Marco Jesse, Nina Marxen, Walbrodt, Dirk Schäffer, Prof. Dr.  Elisabeth Pott, Harald Schüll, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Im Rahmen des Jahresempfangs der Aidshilfe NRW verlieh der Landesvorstand in diesem Jahr den Ehrenamtspreis merk|würdig an die Initiatorin und den Initiator des Kunstprojekts "Achtung Verachtung" Nina Marxen und Walbrodt sowie an den langjährigen Vorstand der AIDS-Hilfe Düsseldorf, Harald Schüll.

Die Laudatio für Nina Marxen und Walbrodt hielt Dirk Schäffer, Deutsche AIDS-Hilfe. Die Laudatio für Harald Schüll hielt Dr. Marie-Agnes Starck.Zimmermann, Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf. Einige Informationen zur Preisträgerin und den Preisträgern sowie zu ihrem ehrenamtlichen Engagement finden Sie in der nachstehenden Übersicht.

Nina Marxen und Walbrodt

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement haben Nina Marxen und Walbrodt vieles bewegt und gaben damit Anstöße für die Arbeit der Aidshilfe NRW. Ihr Kunstprojekt „Achtung – Verachtung“, das sie in Zusammenarbeit mit dem ehem. Junkie-Bund Köln, heute Vision, umsetzten, stieß nicht nur im sozialen Brennpunkt Köln-Kalk auf große Resonanz, sondern fanden weit über die Stadtgrenzen Kölns vielfache Beachtung. Ihr Anliegen, mit den Mitteln der bildenden Kunst die Integration und das Zusammenleben unterschiedlicher Gruppen zu fördern, zu denen selbstverständlich auch Drogen gebrauchende Menschen gehören , spiegelt eine Leitidee der Junkie-Selbsthilfe wider.

Die Künstler stellten unkommentiert drei weiße Wände an prägnanten Standorten des Stadtteils Kalk im Freien auf. Damit provozierten sie große Teile der Bevölkerung, gaben aber zugleich vielen Bürgerinnen und Bürgern einen Gestaltungsspielraum und ermutigten sie zur Kreativität. Vom Heilen mutwillig zugefügter „Wunden“ durch „Trostpflaster“ in Form von frei formulierten kreativen Gedanken, über die Gestaltung einer Traumlandschaft, fröhliche Kinderzeichnungen bis hin zum intensiven Dialog per Bild- und Textnachrichten reichten die Gestaltungsweisen der drei Wände.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung des Kunstprojekts „Achtung – Verachtung“ wurde auf die Bedeutung von Kommunikation, bewusster Wahrnehmung von Orten und Menschen sowie der Gestaltungskraft einer „bunten Vielfalt“ in der Bevölkerung hingewiesen. Zu dieser Vielfalt gehören in Köln-Kalk auch von HIV und Hepatitis bedrohte und betroffene Drogen gebrauchende Menschen. Die Erfahrung mit HIV und Aids haben uns gelehrt, dass Kommunikation das wichtigste Instrument ist, um Vorurteile abzubauen und Verständnis und Akzeptanz für unterschiedliche Lebensstile zu entwickeln. Die beiden Künstler haben es verstanden, Menschen unterschiedlicher Lebenswelten miteinander in Kontakt zu bringen und überführten damit das Thema Drogengebrauch aus der gesellschaftlichen Schmuddelecke in die öffentliche Diskussion.

Harald Schüll

Durch sein langjähriges Engagement hat Harald Schüll die Arbeit der Aidshilfen in besonderer Weise geprägt und vieles bewegt. Er hat 1985 mit vier Mitstreitern die AIDS-Hilfe Düsseldorf gegründet und aufgebaut, hat in bald 25 Jahren die verschiedensten Tätigkeiten im Verein ausgeübt und ist seit 1996 als Vorstand aktiv.

Als offen lebender HIV-Positiver ist Harald Schüll ein Vorbild und macht all denen Mut, die sich mit ihrer Infektion oder Aidserkrankung zurückziehen und vereinsamen. Darüber hinaus engagiert er sich konsequent und klar in der Prävention. Besonders für Jugendliche und junge Erwachsene ist er immer wieder Dialogpartner, der eine offene und unverkrampfte Begegnung ermöglicht, Vorurteile abbauen hilft und bei jungen Menschen eine nachhaltige Motivation für den eigenen Schutz vor einer HIV-Infektion mitbewirkt. Durch sein Beispiel und seine interessierte Präsenz motiviert er viele ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aidshilfe.

Harald Schüll gibt HIV und Aids in Düsseldorf und weit darüber hinaus ein Gesicht und verschafft dadurch der Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen Gehör. Mit seinem selbstverständlichen Engagement kämpft er selbstbewusst für Solidarität und Akzeptanz und trägt damit dazu bei, dass sich HIV-Positive nicht verstecken, sondern als gleichberechtigten Bestandteil unserer Gesellschaft verstehen.