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Aktuelle Presseinformation der Aidshilfe NRW

Wer Neuinfektionen senken will, muss alle wirksamen Präventionsmittel verfügbar machen
Aidshilfe NRW zum Welt-Aids-Tag: Weniger Diskriminierung – Mehr Prävention!

Düsseldorf, 24. November 2016 – Anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tags am 1. Dezember präsentierte die Aidshilfe NRW die jüngsten Zahlen zu HIV und Aids in NRW. Die Zahl der Neuinfektionen liegt seit Jahren konstant auf niedrigerem Niveau. Laut den Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) lebten Ende 2015 rund 18.400 Menschen mit HIV in NRW, 84.700 in Deutschland. Die Neuinfektionen des letzten Jahres werden unverändert auf etwa 650 in NRW und 3.200 bundesweit geschätzt.

Zugleich wies die Aidshilfe NRW darauf hin, dass zurzeit einige hoch wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von HIV-Infektionen nicht zugänglich seien. "Wer Neuinfektionen senken will, muss alle wirksamen Mittel verfügbar machen und das auch kommunizieren", erklärte Vorstandsmitglied Maik Schütz. Unter dem Titel "Aidshilfe kann mehr" wendet sich der Landesverband an die im Landtag vertretenen Parteien, auch in der neuen Legislaturperiode die HIV-Prävention und Antidiskriminierungsarbeit solidarisch zu ihrem Anliegen zu machen. "Wir können mehr erreichen, wenn die Abgeordneten mit uns zusammen die Weichen für die Zukunft stellen", so Schütz.

Die Aidshilfe NRW richtete das Augenmerk auf die immer komplexer werdenden Präventionsstrategien. Andere, neben dem Kondom wirksame Möglichkeiten wie "Schutz durch Therapie" und die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bedürfen einer differenzierten Vermittlung und individuellen Beratung. Auch infolge der Verabschiedung des sogenannten Prostitutionsschutzgesetzes müssen Beratungs- und Unterstützungsangebote geschaffen werden, die einen niedrigschwelligen Zugang zu den in der Sexarbeit tätigen Frauen und Männer tatsächlich ermöglichen. Beratungs- und Testangebote bei Asylsuchenden sind ohne professionelle, fachlich qualifizierte und unabhängige Sprach- und Kulturmittlung nicht möglich. Für Drogen gebrauchende Menschen müssen die wenigen Drogenkonsumräume zu Gesundheitsräumen weiterentwickelt werden, die den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen.

"In kaum einem anderen Bereich unserer Gesellschaft besteht solch eine medizinische Unterversorgung wie in den Justizvollzugsanstalten unseres Landes", sagte Landesgeschäftsführer Patrik Maas. Die Aidshilfen fordern seit langem die Sicherung der Patientenrechte für Inhaftierte und im Sinne des Äquivalenzprinzips die gleichen Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten wie außerhalb der Haftanstalten. Erneut machte die Aidshilfe NRW auf die nicht mehr gewährleistete flächendeckende HIV-fachärztliche Versorgung aufmerksam. "Wir rufen das Land NRW dazu auf, im Sinne der Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse eine konzertierte Aktion ins Leben zu rufen, um gut erreichbare Strukturen für Beratung, Betreuung und medizinisch-pflegerische Versorgung zu gewährleisten", sagte Maas.

Das Motto der diesjährigen Kampagne zum Welt-Aids-Tag lautet: "Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht." Die Aidshilfe NRW wirkt daran mit, die Diskriminierung von Menschen mit HIV in vielen gesellschaftlichen Bereichen abzubauen, sei es in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen oder im Strafvollzug. Dabei ist sie nicht nur auf die finanzielle Unterstützung des Lands NRW angewiesen, sondern auch an die Darstellung des Lebens mit HIV in den Medien.

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