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2017-01-11: Erstmals deutlicher Rückgang der HIV-Neudiagnosen an großen Londoner Kliniken

Weniger HIV-Diagnosen bei Schwulen in LondonIm Jahr 2016 ist die Zahl von HIV-Diagnosen bei schwulen Männern an vier großen Londoner Kliniken für sexuelle Gesundheit erstmals deutlich zurückgegangen, nachdem sie in den Jahren zuvor gestiegen oder gleich geblieben war. Es handelt sich dabei um die Kliniken 56 Dean Street, die größte ihrer Art in London (hier ging die Zahl der HIV-Diagnosen um 40 Prozent zurück), Mortimer Market Centre (hier sank sie sogar um 50 Prozent), Bart’s Health Sexual Health (minus 36 Prozent) und Homerton Sexual Health Services (gesunken um 40 Prozent). Dies meldete das HIV Treatment Bulletin Ende Dezember, nachdem aus San Francisco bereits im September 2016 ein Rückgang der HIV-Neudiagnosen um 17 Prozent gemeldet worden war (dort entfallen etwa 72 Prozent der Neudiagnosen auf schwule und bisexuelle Männer).

Da die Zahl der HIV-Tests und die Diagnosen anderer sexuell übertragbaren Krankheiten an den Londoner Kliniken etwa gleich geblieben sind, vermuten Fachleute die Ursache dafür nicht in weniger Tests oder mehr Kondomgebrauch, sondern vor allem in der Nutzung der HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) durch Männer der schwulen Community.Mehrere hundert Männer in London, die Sex mit Männern haben, haben seit Oktober 2014 Zugang zur PrEP. Außerdem klären PrEP-Aktivisten mit Seiten wie prepster.info und iwantprepnow.co.uk über die PrEP auf und nennen Bezugsmöglichkeiten für die PrEP-Medikamente.

Viele Männer besorgen sich diese Medikamente offenbar selbst. In England ist es legal, drei Monatsrationen Generika für den Eigenbedarf zum Beispiel in Indien zu bestellen – zu etwa einem Zehntel des Preises für das Originalpräparat (in England ca. 460 Euro).Außerdem bieten einige Kliniken für sexuelle Gesundheit wie 56 Dean Street kostenlose Vorbereitungs- und Begleituntersuchungen für PrEP-Nutzer an (zum Beispiel die nötigen Tests auf HIV und Hepatitis B, die Kontrolle der Nieren- und Leberfunktion und Checks auf weitere Geschlechtskrankheiten). Etwa 400 Menschen nehmen dieses Angebot allein an 56 Dean Street an. Darüber hinaus überprüft das Team von 56 Dean Street die importierten Generika auf Wunsch darauf, ob sie die gleichen Wirkstoffe enthalten wie das Original. Bislang ist dabei noch keine einzige Fälschung entdeckt worden.Weitere mögliche Faktoren für den Rückgang der HIV-Neudiagnosen könnten, wie offenbar in San Francisco, frühere HIV-Diagnosen und ein früherer Behandlungsbeginn sein, denn Menschen mit HIV, deren Viruslast durch eine erfolgreiche Therapie stabil unter der sogenannten Nachweisgrenze liegt, sind sexuell nicht ansteckend ("Schutz durch HIV-Therapie").

aidshilfe.de