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2015-02-09: 10 Jahre POSITHIV HANDELN NRW

10 Jahre POSITHIV HANDELN NRWMenschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen sind in einer starken Selbsthilfe organisiert. Das dokumentierte die Fachtagung "Mut gehört dazu!" am vergangenen Wochenende im Düsseldorfer Hotel Interconti. 80 Menschen mit HIV, Mitglieder von Selbsthilfegruppen, ehrenamtlich Engagierte und bei der Aidshilfe Beschäftigte, diskutierten zu verschiedenen Fragen zum Leben mit HIV.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von POSITHIV HANDELN nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Standortbestimmung der Selbsthilfe. Anhand des jüngst entwickelten Leitbilds diskutierten sie ihre Perspektiven und Ziele. Fazit war, dass man möglichst viele weitere Menschen mit HIV erreichen wolle, denn nur gemeinsam könne man die Missstände in der Arbeitswelt und in der medizinischen Versorgung verändern.

Eine weitere Arbeitseinheit widmete sich dem Stand der Dinge in der HIV-Therapie auf dem Weg zur Heilung. Armin Schafberger von der Deutschen AIDS-Hilfe stellte verschiedene Forschungsansätze vor und bewertete die Chancen auf tatsächliche Heilung einer HIV-Infektion. Er kam zu der Schlussfolgerung, dass eine medizinische Heilung noch in weiter Ferne läge, dass die Forschung aber mittelfristig zu einer Optimierung der HIV-Therapie führe.

Mit Dirk Meyer, Patientenbeauftragter der Landesregierung von NRW, und Kerstin Mörsch, Ansprechpartnerin der Kontaktstelle zu HIV bedingter Diskriminierung bei der Deutschen AIDS-Hilfe, besprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Beschwerdemöglichkeiten bei Diskriminierung in der gesundheitlichen Versorgung. Hier wurden zahlreiche Fallbeispiele beschrieben, wo Menschen mit HIV aufgrund ihrer Infektion gar nicht oder unzureichend behandelt werden. Aber es konnten auch Situationen beschrieben werden, in denen es sich lohnt, gegen Diskriminierung und Stigmatisierung im Bereich der medizinischen Versorgung und Pflege anzugehen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat sich auf ihrer letzten Mitgliederversammlung dazu verpflichtet, die Einbindung von Menschen mit HIV in ihre Arbeit künftig noch stärker zu fördern. Die Mitgliedsorganisationen streben an, Organe, Gremien und Arbeitsgruppen mindestens zur Hälfte mit HIV-Positiven zu besetzen. Ein neues Gremium zur Beteiligung und Vernetzung wurde als besonderes Verbandsorgan eingesetzt. Abschließend diskutierten Michael Schuhmacher von der Aidshilfe Köln, Manuel Izdebski von der Deutschen AIDS-Hilfe, Maik Schütz von der Aidshilfe NRW und Fuad Bruhn, Sprecher von POSITHIV HANDELN NRW und Mitglied im neuen Gremium Positive Gesichter der Deutschen AIDS-Hilfe, wie sich diese Verpflichtung realisieren lässt  und wie Beteiligung möglich ist. In der zum Teil engagierten und emotionalen Diskussion wurde das oft noch vorhandene Gefälle zwischen "Positiven" und "Negativen" deutlich, Hemmschwellen bei der Beteiligung und Lagerdenken innerhalb der Organisationen. Andererseits wurde der politische Wille bekundet, mehr Beteiligung herzustellen und im Sinne der Menschen mit HIV gemeinsam zu wirken.

Maik Schütz dankte im Namen des Landesvorstands der Aidshilfe NRW Regine Merz, Wolfgang Becker und Harry Kirchwehm, die in den vergangenen Jahren die landesweiten Positiventreffen organisiert haben und Ende 2014 aus dieser Aufgabe ausgeschieden sind. Gleichzeitig dankte er dem neuen Vorbereitungsteam Kelly Cavalcanti, Ralf Dierichs, Alexandra Frings und Christian Naumann. Schließlich dankte er Fuad Bruhn, Manfred Müller und Stephan Gellrich sowie Markus Schmidt für die Organisation des Fachtags und allen, die in zehn Jahren POSITHIV HANDELN zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Stimmen zu POSITHIV HANDELN NRW hören Sie unter youtube.com.