Termine

Hier finden sie alle Termine und Aktivitäten der nächsten Wochen » mehr

Adressen


Print  
  Weiterempfehlen

2014-08-21: Die Positiven Begegnungen, Europas größte HIV-Selbsthilfe-Konferenz, beginnen heute in Kassel

Positive Begegnungen in KasselAusgrenzung und Benachteiligung von Menschen mit HIV verursacht heute oft größere Probleme als die Infektion selbst. Bei den "Positiven Begegnungen", Europas größter HIV-Selbsthilfe-Konferenz, die heute Abend in Kassel beginnt, geht es deswegen schwerpunktmäßig um Wege aus der Diskriminierung. Das Motto lautet : "Wir machen uns stark! Und du?"

Die meisten Menschen mit HIV könnten heute ein fast normales Leben führen, doch Diskriminierung macht ihnen das Leben schwer. HIV ist noch immer mit einem gesellschaftlichen Stigma behaftet. Das führt auch dazu, dass Menschen aus Angst vor Ausgrenzung nicht zum Test gehen und schwer krank werden. Viele Aids-Erkrankungen in Deutschland sind vermeidbar. Doch Diskriminierung ist für Menschen mit HIV eher die Regel als die Ausnahme. Die allermeisten haben bereits Benachteiligung erlebt – von Klatsch und Tratsch im Bekanntenkreis über Zurückweisung in medizinischen Einrichtungen und Mobbing am Arbeitsplatz bis hin zum Ausschluss aus der Familie. Ablehnung, Schuldzuweisungen und andere Formen der Diskriminierung können Gesundheit und Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.

Die Positiven Begegnungen sollen dem entgegen wirken, indem sie Wege zum Umgang mit Diskriminierung vorstellen und auch ermutigende Beispiele erzählen, denn natürlich reagieren auch viele Menschen solidarisch. Grund für Diskriminierung sind meist irrationale Ängste vor einer HIV-Infektion, falsche Vorstellungen vom Leben mit HIV oder Vorbehalte gegenüber schwulen Männern und Drogenkonsumenten.

Heike Gronski, Referentin für das Leben mit HIV bei der Deutschen AIDS-Hilfe, sagt: "Die Positiven Begegnungen sollen Menschen stark machen, indem sie zu einem selbstbewussten Umgang mit der Infektion ermutigen. In Kassel entwickeln wir Strategien, um gesellschaftlich noch mehr gegen Diskriminierung zu tun. Von der Veranstaltung wird ein starkes politisches Signal für Respekt und Gleichberechtigung ausgehen."

Bei den Positiven Begegnungen befassen sich rund 50 Einzelveranstaltungen mit Themen rund um das Leben mit HIV, zum Beispiel Älterwerden mit HIV, die Strafbarkeit der HIV-Übertragung, die Schutzwirkung der HIV-Therapie für HIV-negative Partner, Selbsthilfeaktivitäten und vieles mehr.  Am Samstag, den 23. August, demonstrieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Kasseler Christopher Day für Respekt und Gleichberechtigung.

Die Positiven Begegnungen finden alle zwei Jahre statt und werden von der Deutschen AIDS-Hilfe in Kooperation mit einer Vorbereitungsgruppe aus der HIV-Selbsthilfe-Community organisiert.