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2013-06-26: Weltdrogentag

Foto: kallejipp / photocase.comDer "Weltdrogentag", offiziell "International Day against Drug Abuse and Illicit Trafficking" oder "Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr", findet jährlich am 26. Juni statt. Dieser Aktionstag wurde im Dezember 1987 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt. Er ist jedes Jahr Anlass für Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit. In der Vergangenheit wurde er oft genutzt, um für den sogenannten "Krieg gegen Drogen" zu werben. Dieser ist unter entsetzlichen Folgen überall auf der Welt gescheitert. Inzwischen sind die zerstörerischen Folgen der Illegalisierung bestimmter Drogen zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das Suchthilfesystem in Deutschland ist heute besser als früher in der Lage, die Gründe für unkontrollierten Suchtmittekonsum zu benennen und Alternativen anzubieten. Dennoch gibt es noch viel zu verbessern.

Um das Risiko beim Drogenkonsum zu reduzieren, fehlt gerade bei den verbotenen Stoffen ein Drug-Checking. Prinzipiell ist es in Deutschland rechtlich möglich, es gibt jedoch bisher keine wirklich "userfreundliche" Umsetzung dieser Drogentestprogramme, weil sie - im Gegensatz zu fast allen Nachbarländern - politisch nicht erwünscht sind. Daher fordert die Deutsche Aidshilfe, dass mittelfristig "Harm-Reduction-Angebote für Drogen gebrauchende Menschen inklusive Drug Checking flächendeckend und niedrigschwellig zur Verfügung stehen". Ein weiteres Problem sind fehlende Schutzmöglichkeiten für Gefangene, die illegale Drogen konsumieren.

In diesem Zusammenhang weist die Aidshilfe NRW auf den kommenden nationalen Gedenktag verstorbener Drogengebraucher 2013 am 21. Juli. Das diesjährige Motto "Gesundheitsversorgung in Haft!" will den Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Bedingungen für Menschen in Gefängnissen öffnen. Was "draußen" Standard ist, davon können Gefangene vielerorts nur träumen. Zwar wird in NRW Substitution inzwischen als Behandlungsoption für Suchtkranke in breiterem Rahmen zugänglich gemacht. Dennoch kommen auch hier längst nicht alle, die es nötig hätten, in den Genuss dieser Behandlungsform.

Ein weiterer wunder Punkt ist die Prävention bei illegalem Drogenkonsum unter Gefangenen. Es gilt, nach wie vor darauf hinzuwirken, dass die Justiz sich mit der erfolgreichsten Präventionsmethode, nämlich der Vergabe steriler Spritzen, auch für Inhaftierte endlich auseinandersetzt. Der diesjährige Nationale Gedenktag steht unter der Schirmherrschaft von Joe Bausch, Anstaltsarzt in Werl. Der seit langem in Haft substituierende Arzt setzt sich im Nebenberuf künstlerisch als Schauspieler und Autor mit der Welt der Kriminalität auseinander und ist Mitglied im Kuratorium der Aidshilfe NRW. Der Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit bittet um möglichst große Beteiligung an diesem inzwischen auch international berücksichtigten Gedenktag. Durch eine über die reine Trauer und Erinnerung an die Verstorbenen hinausgehende Beteiligung in Form von Gedenken, Aktion und Protest wollen wir versuchen Einfluss auf die Wahrnehmung drogenpolitischer Zusammenhänge in unserer Region zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).