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Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe

Die größte Zielgruppe der Aidshilfe NRW sind schwule Männer, auf sie entfällt der größte Anteil an HIV-Neuinfektionen. Ihnen ist hauptsächlich zu verdanken, dass die Aidshilfe NRW vor 30 Jahren gegründet wurde. Seit 20 Jahren engagieren sich unzählige von ihnen bei Herzenslust. Der große Erfolg schwuler Prävention hier bei uns liegt darin, dass sich Männer angesichts der so genannten Aidskrise vor 30 Jahren und der weiterhin bestehenden Bedrohung durch HIV und Aids, des Traumas, so viele durch die Folgen von Aids verloren zu haben, und der immer wieder aufkommenden Panikmache und des Neids diverser gesellschaftlichen Gruppierungen die Lust am Sex erhalten haben. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen offen über Sexpraktiken, über Rausch und Lust, ohne die damit verbundenen Risiken zu verschweigen. 
Wir stehen zu den Erfolgen der Emanzipations- und Gleichstellungsarbeit für schwule Männer in der Vergangenheit.

Verständnislos stehen wir vor den Bestrebungen einzelner Gruppierungen, etwa die Aufklärung über von der Heteronormativität abweichende Lebensentwürfe in Schulen wieder abzuschaffen, weil sie vermeintlich gegen das Elternrecht oder religiöse Empfindungen verstoßen. Die Forderung nach mehr Bürgerrechten und Freiheitsrechten hört doch auf der Schulbank nicht auf. Wie soll denn mit einer solch weltfremden Sicht HIV-Prävention vermittelt werden, wenn es schon an der Akzeptanz verschiedener Lebensentwürfe mangelt? 
Aber auch in der Prävention und Vorsorge wollen wir mehr! Wir wollen mehr niedrigschwellige und auf die Bedürfnisse von schwulen Männern zugeschnittene Angebote. Denn sie tragen ein höheres Risiko, HIV oder andere STIs zu bekommen, als andere Männer.